Montag, 30. Januar 2017

Chalkbag

Wisst ihr was ein Chalkbag ist? Wenn ihr einen Kletterer oder Kraftsportler kennt, dann wisst ihr es vielleicht.  Ich wusste es bis vor Kurzen noch nicht, aber aus dem Englischen habe ich mir hergeleitet, dass es eine "Kreidetasche" sein muss, und genaugenommen ist es das auch.
Mein Mann fragte mich nämlich kürzlich, ob ich ihm nicht eben ein solches Chalkbag oder auch Kalkbag nähen könnte. Für seinen Kraftsport benötigt er für seine Hände Kalk, damit er nicht rutscht. Der Kalkball dafür wird in ebenso einem Chalkbag aufbewahrt.
Die Anforderungen an eine solche Kalktasche sind dabei gar nicht so ohne: fester Stand, Schutz vor Nässe, mit Kordelzug zum leichten Öffnen und Schließen und am besten auch gut zu Reinigen.

Für den Außenstoff kam also nur ein fester, wind- und wasserdichter Stoff in Frage. Ich habe dafür einen beschichteten Ripstop-Stoff genommen.
Für den Innensack und den Verschluss habe ich einfachen Rippstop verwendet - schön dünn und dennoch reiß-, wind- und wasserfest.
Herausgekommen ist dann folgender Chalkbag:
Mal abgesehen von der Verarbeitung des Materials, lässt sich das Bag recht leicht herstellen:

Das Schnittmuster habe ich mir wie folgt zusammengestellt:
- einen Kreis als Boden (Durchmesser d=15cm, so dass eine Hand gut reinpasst)
- ein Rechteck mit der Länge des Kreisumfangs vom Boden (U) und einer Höhe h = 20cm für die Außenseite des Bags
- ein kleineres Rechteck ebenfalls mit der Länge U (Kreisumfang des Bodens) aber nur der Höhe entsprechend des Kreisradius (r) + der gewünschten Breite für den Tunnelzug mit Kordel (k). Daraus wird der Deckel.

Im Zuschnitt benötigt man dann:
- 1x Boden mit Außenstoff
- 1x Seitenwand mit Außenstoff
- 1x Boden mit Innenstoff
- 1x Seitenwand mit Innenstoff
- 1x Deckel mit Innenstoff 
Außerdem benötigt man noch ein Saumband der Länge U (Kreisumfang des Bodens) und die Kordel.

Die Seitenwand-Schnittteile werden zunächst jeweils rechts auf rechts an der Seite zusammengenäht, so dass 2 "Röhren" entstehen.
Rechts auf rechts wird dann jeweils der Boden an diese Röhren genäht. Das ist etwas friemelig, weil "das Runde" an "das Gerade" genäht wird. Hat man aber alles exakt zugeschnitten, sollten die Kanten alle gleich lang sein und man kann den Kreis unter der Nähmaschine immer schön entlang der gerade Kante der Seitenwand drehen und feststeppen bis man einmal rum ist.
Hat man so jeweils eine "Dose" aus Innen- und Außenstoff genäht, setzt man beide links auf links ineinander.

Bevor der Deckel zur "Röhre" geschlossen wird, muss der Tunnelzug umgeschlagen und festgesteppt werden. Erst dann das rechteckige Schnittteil rechts auf rechts an der Seite zusammennähen.


Der Deckel wird dann von oben an beide Stoffe genäht, d.h. die Naht und Nahtzugabe ist auf der rechten Stoffseite zu sehen.
Auf genau diese Nahzugabe wird schließlich das Saumband gesetzt und ringsherum festgesteppt.
Kordel einziehen fertig :-)







Viele Grüße,
aus der Nuckelbox




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